Mittelmeerkrankheiten beim Hund
...was du über Hunde aus dem Mittelmeerraum wissen solltest
Veröffentlicht am 19.04.2026 | Lesezeit: 6 Minuten
Mittelmeerkrankheiten – warum sie bei Auslandshunden eine Rolle spielen
Wenn ein Hund aus dem Auslandstierschutz bei dir einzieht, bringt er oft mehr mit als nur seine Geschichte. Viele dieser Hunde stammen aus südlichen Ländern – und damit aus Regionen, in denen sogenannte Mittelmeerkrankheiten verbreitet sind. Vielleicht hast du diesen Begriff schon gehört und bist unsicher, was genau dahinter steckt. Das ist völlig verständlich. Die gute Nachricht: Selbst bei einer Infektion sind viele der Erkrankungen behandelbar. Mit dem richtigen Wissen kannst du deinem Hund Sicherheit geben – und dir selbst auch.
Was sind Mittelmeerkrankheiten beim Hund?
„Mittelmeerkrankheiten“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Infektionskrankheiten, die bei Hunden vor allem im südlichen Europa vorkommen. Viele dieser Krankheiten haben eines gemeinsam: Sie können lange unbemerkt bleiben. Übertragen werden sie meist durch Parasiten wie Zecken, Sandmücken und Stechmücken.
Zu den häufigsten Erkrankungen gehören:
- Leishmaniose
- Ehrlichiose
- Babesiose
- Anaplasmose
- Dirofilariose (Herzwurm)

Warum sind vor allem Hunde aus dem Tierschutz von Mittelmeerkrankheiten betroffen?
Hunde aus dem Ausland kommen häufig aus Regionen, in denen diese Krankheiten verbreitet sind. Gleichzeitig fehlt es Straßenhunden dort oft an konsequentem Parasitenschutz oder regelmäßiger tierärztlicher Versorgung. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Hund krank ist. Es bedeutet ersteinmal: Das Risiko ist erhöht – und Aufmerksamkeit wichtig.
Gibt es eine Testpflicht für Hunde aus dem Ausland?
Die klare Antwort: Nein. Es gibt aktuell leider keine gesetzliche Pflicht, Hunde vor der Einreise nach Deutschland auf Mittelmeerkrankheiten zu testen, auch wenn diese Erkrankungen in den Herkunftsländern weit verbreitet sind und gesundheitlich relevant sein können. Vorgeschrieben sind stattdessen:
- gültige Tollwutimpfung
- EU-Heimtierausweis
- Mikrochip zur Kennzeichnung
- Einhaltung der Einreisebestimmungen
Aber es gibt auch gute Nachrichten: Auch ohne Pflicht gehört ein Mittelmeercheck für seriöse Tierschutzorganisationen zum Standard. Denn ein Test ist kein „Extra“, sondern Teil von verantwortungsvollem Tierschutz. Besonders, da viele Krankheiten lange keine Symptome zeigen, eine frühe Diagnose die Behandlung deutlich verbessern kann und du mit Klarheit in euer gemeinsames Leben starten kannst.
Testet Hopehunter vermittelbare Hunde auf Mittelmeerkrankheiten?
Auch für uns gehört der Mittelmeertest bei unseren Hunden aus Bulgarien zu einem verantwortungsvollen und transparenten Tierschutz dazu. In unserem Partnertierheim in Burgas werden alle Hunde mit viel Liebe tiermedizinisch betreut und vor ihrer Ausreise nach Deutschland nochmals gezielt auf Mittelmeerkrankheiten getestet.
Für dich heißt das:
- du bekommst Transparenz statt Ungewissheit
- dein Hund reist nicht „ungeprüft“
- mögliche Erkrankungen können früh erkannt werden
Symptome: Woran erkenne ich eine mögliche Erkrankung?
Mittelmeerkrankheiten können sich sehr unterschiedlich zeigen – oder eben lange gar nicht. Wichtig zu wissen: Auch ein unauffälliger Hund kann betroffen sein. Studien der ESCCAP und der WHO zeigen, dass je nach Region ein nicht unerheblicher Anteil der Hunde im Mittelmeerraum mit diesen Erregern in Kontakt kommt – teilweise liegt die Rate bei einzelnen Krankheiten im zweistelligen Prozentbereich. Gleichzeitig bedeutet das nicht automatisch, dass ein Hund krank ist oder Symptome entwickelt. Viele Infektionen bleiben lange unbemerkt oder verlaufen mild.
| Erkrankung | Risiko | Häufige Symptome | Diagnose | Behandlung |
|---|---|---|---|---|
| Leishmaniose | In stark betroffenen Regionen (z. B. Spanien, Italien, Griechenland): 5 % bis über 30 % der Hunde infiziert | Hautprobleme, Haarausfall (v. a. um Augen/Ohren), Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellung | Bluttest (Antikörper/PCR), ggf. Gewebeproben | nicht heilbar, aber gut kontrollierbar (Medikamente und regelmäßige Kontrollen) |
| Ehrlichiose | Je nach Region etwa 10 % bis 50 % Kontakt/Infektion | Fieber, Müdigkeit, Nasenbluten, Blutungsneigung, geschwollene Lymphknoten | Blutuntersuchung (Antikörper, Blutbild) | Antibiotika, meist gut behandelbar |
| Babesiose | Stark schwankend, oft 1 % bis 20 % | Fieber, Schwäche, blasse Schleimhäute, dunkler Urin, schnelle Erschöpfung | Blutausstrich oder PCR | spezielle Medikamente, oft schnelle Behandlung notwendig |
| Anaplasmose | Je nach Region etwa 10 % bis 50 % Kontakt/Infektion | Fieber, Lahmheit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit | Bluttest (Antikörper, PCR) | Antibiotika, meist gut behandelbar |
| Dirofilariose (Herzwurm) | bis zu 60 % in Hochrisikogebieten | Husten, Atemprobleme, Leistungsabfall, in schweren Fällen Herzprobleme | Bluttest, Röntgen, Ultraschall | aufwändige Behandlung je nach Stadium, Medikamente gegen Würmer und Begleittherapie |
Diagnose: Sicherheit durch regelmäßige Checks
Ein einmaliger Test ist gut – Verlaufskontrollen sind besser. Denn einige Krankheiten haben längere Inkubationszeiten. Manche Mittelmeerkrankheiten zeigen sich erst Monate oder sogar Jahre nach der Infektion. Deshalb ist ein einzelner Test oft nur eine Momentaufnahme – und Verlaufskontrollen geben zusätzliche Sicherheit. Tierärzte und seriöse Tierschutzorganisationen empfehlen oft: einen ersten Test vor oder kurz nach der Ausreise, eine Nachkontrolle nach einigen Monaten.
Inkubationszeiten der wichtigsten Mittelmeerkrankheiten
- Leishmaniose: wenige Monate bis mehrere Jahre
- Ehrlichiose, Babesiose, Anaplasmose: ca. 1–3 Wochen
- Dirofilariose (Herzwurm): ca. 6–7 Monate bis zum Nachweis im Blut
Behandlung: Was bedeutet eine Diagnose?
Die Diagnose „Mittelmeerkrankheit“ kann im ersten Moment verunsichern. Aber: Viele dieser Erkrankungen sind gut behandelbar oder langfristig kontrollierbar.
Das bedeutet: Es gibt gezielte Medikamente (z.B. Antibiotika), die Möglichkeit auf regelmäßige Blutkontrollen und eine angepasste Betreuung (z.B. Begleittherapie). Viele betroffene Hunde leben ein langes, stabiles und glückliches Leben.
Warum Tierschutzhunde aus dem Mittelmeerraum trotzdem ein langes und gesundes Leben führen können

Das Leben mit einem Hund mit Mittelmeerkrankheit ist also kein „Problemfall“. Mit der richtigen Unterstützung kann er ein ganz normaler Teil deiner Familie sein. Er braucht vor allem:
- Verlässlichkeit
- medizinische Begleitung
- ein stabiles Zuhause
Um deinen Hund weiterhin zu (unter)stützen, empfeheln wir dir auf folgendes zu achten:
- konsequenter Zecken- und Mückenschutz
- regelmäßige tierärztliche Kontrollen, auch nach der Ankunft in Deutschland
- frühzeitige Beratung vor Urlaubsreisen (Impfungen)
Unser Fazit: Mittelmeerkrankheiten bei Hunden sind kein K.O. Kriterium
Viele Menschen leben mit Hunden, die eine Mittelmeerkrankheit haben – und führen ein ganz normales, erfülltes Leben mit ihnen. Mittelmeerkrankheiten gehören zum Auslandstierschutz dazu – aber sie sind kein Grund gegen einen Hund, sondern ein Grund für einen bewussten Umgang. Bei hopehunter sorgen wir dafür, dass du nicht im Unklaren startest. Und du gibst deinem Hund genau das, was er wirklich braucht: Ein sicheres Zuhause.
Dein Team von Hopehunter
Häufige Fragen zu Mittelmeerkrankheiten beim Hund (FAQ)
Muss ich Angst haben, wenn mein Hund aus dem Ausland kommt?
Nein. Ein erhöhtes Risiko bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung. Mit Tests, Aufmerksamkeit und tierärztlicher Begleitung lässt sich gut damit umgehen.
Kann sich mein Hund in Deutschland noch anstecken?
Grundsätzlich ist das Risiko deutlich geringer als im Mittelmeerraum. Einige Krankheiten können jedoch inzwischen auch in Deutschland vorkommen – vor allem durch eingeschleppte Parasiten oder Reisen. Eine Infektion ist jedoch sehr selten.
Sind Mittelmeerkrankheiten auf Menschen übertragbar?
Die meisten dieser Krankheiten werden nicht direkt von Hund zu Mensch übertragen. Eine Übertragung erfolgt – wenn überhaupt – über Vektoren wie Sandmücken. In Deutschland ist dieses Risiko sehr gering.
Ist ein Hund mit Mittelmeerkrankheit ansteckend für andere Hunde?
In der Regel nein. Die Übertragung erfolgt meist über Parasiten (z. B. Zecken oder Mücken), nicht durch direkten Kontakt zwischen Hunden.
Kann mein Hund trotz Diagnose mit einer Mittelmeerkrankheit ein normales Leben führen?
Ja. Viele Hunde mit Mittelmeerkrankheiten leben ein langes, glückliches und stabiles Leben – mit der richtigen Behandlung und regelmäßigen Kontrollen.
Sollte ich auf einen Hund verzichten, wenn ich Angst vor Mittelmeerkrankheiten habe?
Wenn du unsicher bist, ist es wichtig, dich gut zu informieren und Fragen zu stellen. Mittelmeerkrankheiten sind ein Thema – aber kein Grund, einem Hund kein Zuhause zu geben. Wissen und Vorbereitung machen den Unterschied.
Vertrauenswürdige Einordnung & Quellen
Viele Inhalte dieses Artikels orientieren sich an anerkannten Erkenntnissen aus Tiermedizin und Tierschutz, unter anderem:
- ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) – Leitlinien zu Parasiten und Mittelmeerkrankheiten
- Tierärztliche Fachliteratur zu Leishmaniose, Ehrlichiose & Co.
- WHO (World Health Organization) – insbesondere im Bereich Zoonosen wie Leishmaniose
- Robert Koch-Institut (RKI) – Einordnung zoonotischer Risiken
- Erfahrungswerte aus unserer täglichen Tierschutzarbeit in Bulgarien
Über die Autorin
Lea Sandmann ist im Bereich Content und Suchmaschinenoptimierung tätig. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der Erstellung strukturierter, fachlich fundierter Inhalte. Mit ihren Texten unterstützt sie Hopehunter ehrenamtlich bei der Aufklärungsarbeit im Tierschutz.


Über hopehunter
Seit vielen Jahren setzen wir uns engagiert für Tiere in Not ein und unterstützen Menschen, die ihnen helfen möchten. Als erfahrene Ansprechpartner im Tierschutz stehen wir Ihnen mit fundierter Beratung rund um die Vermittlung von Hunden und Katzen aus unserem Partner-Tierheim Animal SOS in Burgas, Bulgarien, zur Seite. Unsere Arbeit basiert auf Transparenz, fachlicher Expertise und einem respektvollen, vertrauensvollen Umgang mit Tieren und Menschen gleichermaßen.






